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ChEcKaMaN Offline

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26.03.2009 06:47
Lasst Helmut in Frieden ruhen ! " Zitat · antworten
Die ORF-Sendung „Im Zentrum“ spaltete am Wochenende die Nation. War die Anschuldigung, Helmut Zilk habe als Spion für die CSSR gearbeitet, für die einen Leichenfledderei, so riefen die anderen nach unbedingter Suche nach historischer Wahrheit. Besonders Dagmar Kollers leidenschaftlicher Appell, ihren Mann doch in Frieden ruhen zu lassen, polarisierte. Für die einen großes emotionales Kino, für die anderen der gerechte Zorn einer leidenschaftlichen Witwe, ihren toten Mann vor übler Nachrede zu bewahren. NEWS gegenüber klagt Dagmar Koller an und wehrt sich gegen ihre Widersacher:

NEWS: Haben Sie sich je gedacht, dass Sie im Fernsehen einmal „Ich kotze gleich!“ sagen würden, wie letzten Sonntag in der Sendung „Im Zentrum“?

Koller: Nein, aber mir war zum Kotzen, es war so widerlich. Wenn einer so dasitzt und mit Wonne diesen Dreck ausbreitet! Ich muss allerdings sagen, mit Spionen will ich auch nichts zu tun haben, das sind für mich falsche Menschen. Ein Mensch, der nicht ehrlich ist, hat bei mir keine Chance. Lügen und Intrigen sind das Schlimmste, das gab es bei uns nicht.

NEWS: Wie geht es Ihnen nach der aufwühlenden Debatte im TV?

Koller: Wenn man mich vorgewarnt hätte, wäre es mir besser gegangen. Aber so kam ich überglücklich aus Hamburg zurück,
wo es für mich in der Kerner-Show so gut gelaufen war. Dann komme ich todmüde nach Wien zurück, dusche, setze mich zu den Abendnachrichten, und plötzlich überfällt mich diese Meldung vom Helmut als Spion. Ich hab geglaubt, ich fall in Ohnmacht. Ich war so entsetzt. Ein Schock. Am Sonntag hat mir die Chefin meines Fanklubs alle Zeitungsausschnitte von 1998 gebracht, denn damals war ja schon einmal alles in den Medien ausgebreitet. Damals schon sagte Helmut zu mir: „Dagmar, diese Vorwürfe sind schlimmer als das Bombenattentat! Wenn die mir auch die zweite Hand abgeschossen hätten, wäre das nicht so schlimm wie dieser Vorwurf, ein Spion gewesen zu sein.“

NEWS: Wie hat Helmut Ihnen das Zustandekommen dieses Aktes erklärt?

Koller: Er hat mir genau erzählt, wie er, sein Assistent Erwin Fischer und Produktionsleiter Harald Windisch darum gekämpft haben, an den tschechischen Fernsehdirektor Jirí Pelikan heranzukommen, für die Sendung „Stadtgespräche“. Immer getrieben von dem Wunsch, dem Volk in der CSSR Gedanken von Freiheit und Freundschaft aus Wien zu übermitteln. Dieses Prag, das er so liebte; seine zweite Frau Erika hatte eine tschechische Mutter, die er sehr mochte. Jeder, der ins Land reisen wollte, ist mit dem Geheimdienst in Berührung gekommen. Das ist ja das Schlimme, dass der ORF wegen diesem Dreck sein Programm am Sonntag sogar änderte, obwohl seine jungen Zuseher gar nicht verstehen, wie das damals mit den kommunistischen Ländern war.

NEWS: Zilk hat immer gesagt, nichts kann mich mehr verletzten, als wenn jemand zur Dagmar gemein ist. Ist es jetzt umgekehrt?

Koller: Jetzt bin ich zur Löwin geworden. Auch mit dem Segen des Kardinals. Niemand kann sich vorstellen, wie allein ich jetzt bin. Ich habe es ihm versprochen: Kein Mensch beschmutzt ihn mir mehr! Dreck auf ihn zu schmeißen, wie das jetzt geschieht, erschüttert mich. Die Sache war vor zehn Jahren gegessen gewesen. Ich bin so sehr erregt, weil man mir einen Menschen verletzt, der bis zur letzten Minute an das Wohl von Österreich gedacht hat. Der in schlimmsten Zeiten Österreich vertreten hat, zum Beispiel bei Teddy Kollek in Jerusalem in Waldheim-Zeiten und immer. Am Patriotismus von Helmut Zilk kann doch niemand zweifeln!

NEWS: Bacher reklamierte nun, es müsse die Wahrheit gefunden werden.

Koller: Bitte, die Wahrheit war doch schon 1998 gefunden! Kann man sich vorstellen, dass ein so gebildeter Fernsehdirektor, Lehrer, Volksbildner und Zeitgeschichtler, wie Zilk es war, nicht gewusst haben soll, was ein Spitzel ist, mit wem und was er redet und was man aus ihm rausholen will? Alle Menschen, die in die CSSR wollten, bekamen es mit dem Geheimdienst zu tun, da war man völlig schutzlos. Aus den banalsten Gesprächen haben die irgendwelche Fantasieprodukte gemacht. Ein Geheimdienstakt sagt nichts über den Wahrheitsgehalt des darin Enthaltenen aus.

NEWS: Hat Ihr Mann Ihnen also nie erzählt, dass er da früher Geld bekommen hätte?

Koller: Mein Mann hat nie Geld genommen, er hat sogar mich oft und oft gezwungen, auf meine Auftrittsgagen zu verzichten, zum Beispiel am Wiener Opernball in Singapur und so weiter. Wenn der Zilk etwas mit Geld im Sinn gehabt hat, dann war es, dass er es verschenkt und nicht, dass er es genommen hat. Ich bin überzeugt, dass dieses Geld damals in den Taschen der Geheimdienstler versickert ist.

NEWS: Wie wird es weitergehen?

Koller: Nichts wird weitergehen, das wird ebenso einschlafen, wie es 1998 eingeschlafen ist. Mir hat damals die tschechische Botschaft ausrichten lassen, dass da bestimmte Gruppen dem Václav Havel schaden wollten, der ein großer Freund von Helmut ist. Persönlich ist es für mich wieder schlimm geworden. Ich war schon so glücklich, habe jetzt aber wieder einen Zusammenbruch, weil ich nur daran denken muss, wie krieg ich den Schmutz aus meinem Leben wieder heraus? Es tut mir leid, dass ich jähzornig geworden bin, aber ich kann mich nicht verstellen, ich bin nicht verlogen. Und mein Helmut auch nicht.
Angefügte Bilder:
237489_i.jpg  
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